Hamburger, Pizza, Döner … Hilfe, ich habe nichts zum Essen!

Frisur?  Passt.

Make-Up?  Perfekt.

Kleid?  Sitzt.

Film?  Liegt bereit.

Essen? … Oh Mist!

 

Filmabend ohne Essen? Nee, geht gar nicht. Vielleicht hilft ein schneller Blick in den Kühlschrank. Also, ab in die Küche, Kühlschranktür auf, erwartungsvoll hineingeschaut und … gähnende Leere. Na ja, nicht ganz leer … möglicherweise reicht ja der halbe Rollmops mit der Tube scharfen Senf, die unbemerkenswerterweise seit schlapp zwei Wochen abgelaufen ist?

 

 

 

Vermutlich nicht, nein.

Allein wenn ich nur an Tina denke! Sie verputzt die komplette Speisekarte eines Restaurants und noch immer hat ihr Magenknurren das unmöglichste Timing. Es tritt nämlich ausgerechnet dann auf, wenn man eigentlich durch den Film gerade zu Tränen gerührt zum Taschentuch greifen möchte. Dieser Wunsch verfliegt aber relativ schnell, wenn man befürchtet, dass eine Horde trompetender Elefanten durch das Wohnzimmer stampft. Als wäre es nicht unverschämt genug, dass sie mit einem Kalorienverbrauch von vorsichtig geschätzten 11.253,357 kcal pro Tag noch immer die Figur einer Triathletin hat, die gerade von England nach Kanada geschwommen ist.

 

Gut, also was zum Essen muss her. Und zwar plötzlich. Aber was?

 

 Hamburger?

 Tom liebt Hamburger! Eigentlich ein Wunder, dass er es noch nicht ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat als der Mensch, der beim Hamburger-Wettessen die meisten Hamburger verputzt hat. Der Rekord liegt seit 2007 ungeschlagen bei 103 Hamburgern hintereinander, doch Tom kann unmöglich weiter als zwei, drei lächerliche Fleischbrötchen zurückliegen.

Schon will ich zum Hörer greifen, um eine Runde Hamburger für alle zu bestellen, aber halt … Tom futtert die in Sekundenschnelle von unseren Tellern runter. Und dann? Dann trampelt doch wieder Tinas trompetende Elefantenherde durchs Haus.

Also keine Hamburger, was aber sonst?

 

 Pizza?

 Hmmm, allein bei dem Gedanken an den aromatischen Pizzaduft und den zerlaufenen Käse läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen. Pizza Margherita, Pizza Hawaii, Pizza Speziale mit extra Käse, Pizza Quattro …

Oh nein, auf gar keinen Fall Pizza! Wie konnte ich nur Marcos griechisches Blut vergessen, das ihn aus heiterem Himmel ungefragt dazu veranlasst, seine genetisch bedingten Pizza-Kenntnisse in ausschweifenden Monologen von sich zu geben. Pizza kommt nämlich gar nicht aus Italien, oh nein. Unabhängigen Archäologen zufolge waren es die Etrusker – also die heutigen Griechen – die den leckeren Teig erstmalig erfunden und damals Pita genannt hatten. Pita, die mit den Jahrhunderten zur Pizza wurde. Na ja, vielleicht hätten die Griechen ein so einzigartiges und gewinnbringendes Rezept nicht einfach so aus der Hand geben sollen …

Aber dieses Thema möchte ich nicht gerade heute mit Marco vertiefen, das hat Zeit bis zum Armageddon oder so. Vielleicht auch etwas länger.

 

Puh, nur noch ein paar Minuten, bis sie alle hier sind. Sechs hungrige Mägen und ich habe noch immer nicht die leiseste Idee, was ich ihnen auftischen kann. So langsam sollte ich den Lieferservice doch endlich mal über meine dramatische Notsituation alarmieren.

 

 Jetzt weiß ich es: Döner Kebab!

 Knuspriges Fladenbrot, würziges Grillfleisch, dazu Salat, Tomaten, Gurken, Zwiebeln und eine cremige Sauce. Erst Anfang der siebziger Jahre eröffnete der erste Döner-Imbiss in Berlin und von dort begann der Siegeszug durch ganz Deutschland. Inzwischen werden pro Tag an die 300 Tonnen produziert und wenn ich nicht genau wüsste, dass es 16.000 Döner-Läden in Deutschland gibt, wäre ich felsenfest davon überzeugt, dass die gesamte deutsche Döner-Industrie den Bach runterginge, wenn es mich nicht gäbe. Aufopferungsvoll bemühe ich mich nach Kräften darum, das Überleben des Döners zu sichern. Mal ehrlich, ich bin zu gut für diese Welt …

Na bitte, Entscheidung getroffen! Da sag doch nochmal einer, Frauen könnten sich nicht schnell entschließen!

 

War das etwa schon die Klingel? Das war doch nicht die Klingel? Das war sicher … der Wecker … oder eine Amsel, genau. Die trällert auf der Wiese vor dem geschlossenen Fenster in der 7. Etage, das klingt bei der Höhe schon mal wie eine … Ob ich doch mal nachsehe?

Ja tatsächlich, da stürmen sie herein: Marco, Anna, Lisa, Tina, Tom und Florian. Im Gepäck noch einen Film, Getränke … und was zum Essen? Na ja, wie es aussieht, kennen meine Freunde mich und meine ausgeprägte Entscheidungsfreude eben doch sehr gut …

 

 Heute gibt es Sushi! Guten Appetit! 


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